defined daily dose (DDD)

defined daily dose (DDD)

Die Systematik der DDD wurde bereits in den 80er Jahren eingeführt für internationale Arzneimittelverbrauchsstudien. Die DDD stellt die mittlere tägliche Erhaltungsdosis für die Hauptindikation bei einem Erwachsenen von 70 kg dar. Es ist eine rein rechnerische Größe, die nicht notwendigerweise die empfohlene Dosierung oder die tatsächlich angewendeten Dosierungen des AM wiedergeben.

Man kann also mithilfe der DDD z.B. die Betablockertherapie in verschiedenen Bundesländern miteinander vergleichen um Aussagen über die Behandlungshäufigkeit zu erhalten. Man kann auch DDD-Anteile verschiedener Substanzklassen vergleichen, um die Vorlieben der Verordner zu sehen (z.B. Betablocker im Vgl. zu Diuretika oder ACE-Hemmer, usw.). Hier beginnen dann auch die Steuerungsmöglichkeiten: wenn also eine KV z.B. den Vertragsärzten ein bestimmtes Verhältnis von Substanzklassen zueinander vorschreibt (z.B. fordert die KV Nordrhein dass der Anteil der ACE-Hemmer zu den AT1-Antagonisten (inklusive Aliskiren) 80 zu 20 betragen sollte)

Umstritten ist die Anwendung der DDD für Preisvergleiche! DDD sind nicht automatisch kompatibel mit Vergleichen der durchschnittlichen Tagestherapiekosten: wenn beispielsweise die DDD nicht den tatsächlichen therapeutischen Tagesdosen entspricht oder wenn zu einer amtlichen DDD keine passenden Dosierungen im Handel sind. So beträgt die DDD für Simvastatin 15 mg, die gängigen Dosierungen und Packungen sind jedoch 20 oder 40 mg. Hier können die DDD nur zur Berechnung von durchschnittlichen Kosten herangezogen werden.

DDD bei Kombinationspräparaten: Für Kombinationspräparate wird keine definierte Tagesdosis auf mg-Basis berechnet, sondern bei einmal täglicher Gabe einer Dosis (zum Beispiel Tablette) eine DDD zugeordnet. Eine Packung mit 30 Enalapril/HCT 10/25 entspricht demnach 30 DDD.

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23. Juni, 2015|