Aut-Idem

Aut-Idem

Im Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetz von 2002 (AABG) durfte ein Apotheker nur dann substituieren, wenn der Arzt dies durch ein Aut-Idem-Kreuz erlaubt hat; seit GMG darf / muss nun der Apotheker ein preisgünstiges AM abgeben / substituieren, sofern der Arzt die Ersetzung nicht durch ein Aut-Idem-Kreuz ausgeschlossen hat.

Auf den heutigen Rezeptformularen (Muster 16) sind Aut-Idem-Felder vorgedruckt, die der Arzt durchstreichen muss, sollte er keine Ersetzung des Medikaments erlauben („Nec Aut Idem“). Ein unverändert belassenes Iut-Idem-Feld hat also automatisch die Bedeutung „Aut Idem“. Das Durchstreichen des „Aut Idem“-Feldes geschieht meistens durch ein Kreuz bzw. den Buchstaben „X“. Das wird oft als „ankreuzen“ missverstanden, auch da ehemalige Versionen des Formulars ein Aut-Idem-Feld mit genau umgekehrter Bedeutung hatten.

Hat der Arzt die Ersetzung eines Medikamentes durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel nicht ausgeschlossen, muss der Apotheker prüfen, ob die Krankenkasse des Versicherten einen Rabattvertrag für dieses Arzneimittel abgeschlossen hat und ob es verfügbar ist. Wenn das der Fall ist, muss zwingend dieses Arzneimittel abgegeben werden. Die Abgabe eines anderen Arzneimittels ist dann unzulässig. Gibt es keinen Rabattvertrag der betreffenden Kasse, stehen das verordnete und die drei preisgünstigsten Arzneimittel zur Auswahl, sofern Packungsgröße, Wirkstärke und Einsatzgebiet identisch sind.

Die genaue Umsetzung der Aut-Idem-Regelung in die Praxis ist zwischen dem Deutschen Apothekerverband und dem GKV-SV in einem Rahmenvertrag geregelt.

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23. Juni, 2015|